3 Impulse: Wie Hochsensible Selbstunsicherheiten in Stärke und Klarheit verwandeln & Schulkinder in diesem System dadurch stärken

Mittlerweile habe ich fast 100 hochsensible Menschen in persönlichen Gesprächen kennengelernt, die alle – genau wie ich – sich eins aus tiefstem Herzen wünschen:

Den hochsensiblen Kindern eine würdevolle Schulzeit zu ermöglichen und sie bestmöglich zu stärken – v. A. bezüglich Selbstwert und Konzentration. Dabei fällt auf, dass sich die Meisten auch im Bezug auf sich selbst mehr davon wünschen. Und das ist äußerst praktisch, denn wir können – egal in welcher Rolle – Kinder nur in dem stärken und unterstützen, was wir selber bereits erfolgreich leben.

Denn nur wer selbst ein starkes Selbstbewusstsein hat, kann andere dabei unterstützen, selbstbewusster zu werden. Nur wer sich selbst liebt, kann anderen zur Selbstliebe verhelfen.

Und nur wer selber Freude und Mut für persönliches Wachstum an den Tag legt, kann auch seine Schulkinder / Schüler / jungen Klienten auf ihrem Weg in die persönliche Entfaltung gut begleiten und diese von innen heraus stärken – ohne „an ihnen“ herumzuerziehen oder herumzutherapieren.

Und das sind sie nun, die zwei Themen, an denen es in der Regel hängt. Und egal wo sich diese (aus gutem und tiefen Grund) wiederspiegeln: ob Unsicherheiten bei Auseinandersetzungen im Schulgespräch geht oder ob es darum geht, einem überforderten, an sich selbst zweifelnden oder wütenden Kind zu helfen, seine herausfordernden Situationen zu meistern.

Es hängt im Grunde immer an zwei Themen, die auch noch auf tiefer Ebene miteinander verbunden sind:

  1. Unklarheit: drückt sich bspw. aus in Verwirrung, Gefühl geistiger Benebelung, Selbstzweifel, Hin- und Hergerissensein. Daraus resultiert folglich oft eine dementsprechend unklare Ausstrahlung und doppelbödige Kommunikation, die nicht nur die eigene Unklarheit zum Ausdruck bringt, sondern auch ein Kind, was den Erwachsenen (leider) irgendwie alles glaubt, dementsprechend verwirren kann oder in Schulgesprächen dazu führt, missverstanden zu werden und mit mindestens so vielen Verwirrungen nach Hause zu gehen, wie man hingegangen ist.
  2. Selbstwert-Themen:  drückt sich bspw. aus in „nicht gut genug fühlen“, sich respektlos behandeln lassen / respektlos mit sich selbst umgehen (bspw. in der Interaktion mit Lehrern), die eigenen Bedürfnisse übergehen, sich mehr um andere als um sich selbst kümmern. 

Wie Du als Hochsensible(r) die typischen inneren Unsicherheiten in Klarheit und Stärke verwandeln kannst, um aus dieser Kraft heraus auch Deine Schulkinder / Schüler  zu stärken, erzähle ich Dir jetzt.

1. Vertraue auf Deine hochbegabten Sinne!

Hochsensible Erwachsene fühlen sich oft sehr alleinegelassen, wenn es darum geht, die Würde der (v. A. hochsensiblen) Kinder zu verteidigen und diese auf ihrem individuellen Weg zu stärken.

Auf der einen Seite haben sie das sichere Gefühl, richtig zu empfinden, auf der anderen Seite kommt es oft zu großen Unsicherheiten und Verwirrungen, wenn sie selbst in unsensiblen Umständen aufgewachsen sind und ein Teil von ihnen somit den üblichen Umgang mit Kindern für „normal“ empfindet, sie von allen Seiten hören „das muss so sein“, „da mussten wir alle durch“ und den Vorwurf bekommen, sie würden die Kinder verweichlichen und sie sollen gegen die Kinder „an einem Strang ziehen“.

„Aber wenn das alle sagen und ich die einzige bin, stimmt vielleicht mit meiner Wahrnehmung etwas nicht.“ oder „Wenn alle das Gleiche sagen, müssen sie doch irgendwie recht haben.“ sind typische Gedanken, aus denen der typische Selbstzweifel spricht, den die meisten (unerlösten) Hochsensiblen wohl sehr gut kennen.

Oder „wenn ich mich jetzt da als Einzige hinstelle, dann halten mich alle für verrückt / eingebildet“ könnte zur selbsterfüllenden Prophezeihung werden, wenn man sich selber für verrückt / eingebildet hält deswegen, weil man Dinge anders sieht oder empfindet und dazu steht. Steh dazu!

Nur weil alle um Dich herum das Gleiche sagen, heißt es noch lange nicht, dass sie recht haben. Es kann auch sein, dass alle dem selben Irrtum verfallen sind, sich nicht mehr spüren und nachplappern, was sie übernommen und niemals wirklich hinterfragt haben.

Wie Du mehr auf Deine Wahrnehmung vertrauen und dazu stehen lernstkönnte nicht besser als durch das folgende Liedzitat beschrieben werden:

„Spent most of my life, doubting my belief. Believing my doubts. My mind was so complex. So it remained inflexible. So why not try to simplify? Believe your belief. Doubt your doubt.“ (In: Habanot Nechama, Ya!

Zu Deutsch:

„Ich habe die meiste Zeit meines Lebens damit verbracht, an meinem Glauben zu zweifeln und meine Zweifel zu glauben. Mein Geist war so komplex, deswegen blieb er unflexibel. Warum sollte ich es nicht mal versuchen, zu vereinfachen: zu glauben, was ich glaube und zu bezweifeln, woran ich zweifle?“ 

Du hast hohe Wahrnehmungsfähigkeiten und von Natur aus ausgeprägte, ethische Sinne. Du empfindest im Vergleich zu den „Normalen“ noch ungefiltert und unmaskiert.

Nutze diese Fähigkeit einfach, statt auf diejenigen zu hören, die sich nicht mehr spüren können, dem Mainstream nachlaufen und deswegen sagen, was alle sagen. Es gibt nichts Vertrauenswürdigeres als dem eigenen authentischen Gefühl zu vertrauen und seinen natürlichen Instinkten zu  folgen.

Es kann auch sehr bestärkend und klärend wirken, sich das ein oder andere Buch zum Thema „Hochsensibilität“ zu Gemüte zu führen – nicht nur, um sein Leben darauf auszurichten, sondern um sich immer wieder klar zu machen, dass es sich hier nicht um eine Krankheit, sondern um eine Hochbegabung der Sinne handelt, die durchaus Potenzial hat und auf dieser Welt keinesfalls fehlen darf.

Und natürlich, um besser zu verstehen, wieso man sich so fremd unter den „Normalen“ gefühlt hat und dadurch ggf. Selbstzweifel entwickelt hat.

Eine Klientin berichtete in unserer letzten Sitzung, dass sie sich diese Woche das Buch „Die Rätselhaften – wie Hochbegabte besser mit sich und anderen leben“ (Andreas Niklas) zu Gemüte geführt hat und dadurch nicht nur an Verständnis für sich selbst als Hochbegabte / Hochsensible und ihren hochbegabten / hochsensiblen Sohn, sondern auch an Selbstakzeptanz gewonnen hat.

Ich kann als kleine, kompakte Einführung speziell zur Hochsensibiliät (also speziell: Hochbegabung der Sinne) das Buch „Ich spüre was, was Du nicht spürst“ von Anne Heintze empfehlen.

2. Hochsensibilität ist unmaskiertes, ungefiltertes Empfinden - kein Grund sich zu rechtfertigen!

Viele hochsensible Menschen, die sich lange Zeit komisch vorkamen unter all den Normalen und mittlerweile wenigstens ein Wort für ihre Besonderheit gefunden haben, scheinen sich noch nicht vollkommen bewusst darüber zu sein, dass Hochsensibilität keineswegs eine Krankheit ist und auch nicht wie eine solche „gerechtfertigt“ werden muss.

Hochsensibiltät wird zum Problem, wenn ein Mensch mit hochbegabten Sinnen in eine unsensible Umgebung kommt. Wer bei unmenschlichen Rahmenbedingungen, in denen er gefangen ist und sich dort immer wieder ausliefern muss, Symptome entwickelt, reagiert somit überdurchschnittlich gesund. Psychoanalytiker Erich Fromm, erklärt das recht einleuchtend in diesem kurzen Video.

Wenn Eltern daraufhin versuchen, bei Lehrern Verständnis zu erbitten, transportieren sie es aufgrund ihrer Unsicherheit oft so, als wäre es eine krankheitsähnliche Besonderheit, hochsensibel zu sein – und auf Deutsch: den Gestank, die beengten Raumverhältnisse, den unangenehmen Sitznachbarn, den schreienden Lehrer, die Strafen- und Belohnungskultur oder die subtile Stichelei der Lehrerin nicht symptomfrei zu ertragen, müsse mit einer diagnoseähnlichen Erklärung „hochsensibel“ gerechtfertigt werden.

Trotzdem gibt es Informationsmaterial zur Handreichung für wohlgesonnene und einfühlungsbereite Lehrer, die zwar selbst nicht (bewusst) hochsensibel sind, aber auf das empfindsame Kind besser eingehen wollen. Zum Beispiel hier.

Und Hier geht’s zu meinem Blogartikel: „Hilfe! Wie erkläre ich einem unsensiblen Lehrer mein hochsensibles Kind?“

3. Verbinde Dich mit Gleichgesinnten, die so empfinden wie Du!

Es gibt kaum etwas Heilsameres für Menschen mit außergewöhnlicher Wahrnehmungsfähigkeit, hohem Gerechtigkeitssinn und unkonventioneller Sichtweise auf die Welt als auf mindestens eine Person zu treffen, die die Welt aus ähnlichen Augen sieht und sich noch an die wahre Natur des Menschen erinnern kann.

Meine Spontanheilung kam in Fluss, als ich vor Jahren einen Nachhilfeschüler näher kennengelernt habe, der mir in langen Gesprächen – auch zusammen mit seiner Mutter – seine Empfindungen und Sichtweisen in Bezug auf Schule erzählt hat und ich das Gefühl hatte, ich spreche mit meinem jüngeren Ich, was nun doch „richtig“ empfunden hat.

Daraufhin war ich mir sicher, dass es noch viel mehr Menschen dieser Spezies gibt, die ähnlich empfinden und einen ebenso unkonventionellen Blick auf die Welt teilen. Und was ich ahnte, bestätigte sich.

Mittlerweile habe ich eine Gruppe, in der sich schon nach kürzester Zeit  300 hochsensible Eltern und Lehrer versammelt haben, die sich selbst und hochsensible Schulkinder von innen heraus stärken wollen. Und die mit meinen unkonventionellen Beiträgen stark in Resonanz gehen.

Dort gibt es gruppenexklusive Beiträge in Form von Posts, PDFs und Videos sowie wertvollen Austausch zwischen Gleichgesinnten, die den Schulkindern (und sich selbst) eine würdevolle Schulzeit wünschen und sich selbst (und die Kinder) in ihrer Hochsensibilität stärken wollen.

Wenn Du Dich jetzt magisch angezogen fühlst, komm doch auch in meinen Onlinekraftort für Hochsensible, verbinde Dich mit Gleichgesinnten und profitiere von wertvollem, gruppenexklusiven Content – ganz spezifisch für meine Lieblingsmenschen. 🙂

Hier geht es zur kostenfreien Facebookgruppe „Hochsensible Schulkinder und Dich selbst stärken mit Katrin Semm (M. A.)“

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