3 typische Fallen bei (vertrauensUNwürdigen) Schulgesprächen, die Du in der Hand hast

Gestern habe ich ein Arbeitsblatt zum Thema „Besser vorbereitet in’s nächste Schulgespräch“ (Link) veröffentlicht und ich bin überwältigt von der riesigen Resonanz.

Das bestätigt mir meine bisherige Beobachtung, dass Schulgespräche ein heißes Thema sind und ich möchte mit diesem Blogartikel auf die 3 klassischen vermeidbaren Fallen hinweisen, die mir im Gespräch mit Klienten immer wieder aufgefallen sind, wenn es um ein bevorstehendes oder bereits abgelaufenes Schulgespräch geht.

Die Wirkung eines frustrierend verlaufenem Schulgespräch sind nicht nur ärgerlich und können auch dazu führen, dass auch zu Hause die Stimmung etwas angespannter wird und das Kind aufgrund dessen erst Recht Symptome zeigt, was widerum weitere Reklamationen durch die Schule und einen riesen Rattenschwanz nach sich ziehen kann.

Auch die Ängste durch die Berührung von Triggerpunkten spielen insbesondere bei hochsensiblen Müttern eine riesen Rolle auf den weiteren Verlauf. Gerade, wenn es um schwierige Fälle wie Mobbing (egal ob in der Rolle des Täters oder Opfers) oder gar (partielle oder totale) Schulverweigerung geht.

Denn was machen Ängste? Das, worum es in dem Schulgespräch geht – egal was es ist – wird auf keinen Fall besser durch den in der Regel aufgebauten Druck, sondern schlimmer.

Denn wenn ein Kind in der Schule oder in Bezug auf Schule Symptome zeigt, dann liegt die Ursache nicht in ihm, sondern im ihm umgebenden System.

Was wird aber von Seiten einer konventionellen Schule meistens unternommen, wenn ein Kind Auffälligkeiten zeigt?

Es werden „zum Wohle des Kindes“ Gesprächsrunden einberufen, in denen allerdings kaum systemisch (und wenn dann, höchstens familien-systemisch aber keinesfalls den Einfluss des Schul-Systems mit einbeziehend) argumentiert und Eltern werden unter Druck gesetzt, das Kind – mit Erziehungsmaßnahmen oder Therapiezwang zur Raison zu bringen.

Selten habe ich davon gehört, dass die Schule von selbst Verantwortung für ihren Part übernommen hat, meistens werden beteiligte Lehrer gedeckt und das Kind sowie sogenannte „unkooperative Eltern“ zum Problemfall erklärt.

Spätestens dann, wenn in derartigen Gesprächen, welche von Seiten der Schule stets strategisch geplant sind (abgesehen davon, dass die Gesprächspartner enorme Praxiserfahrung damit haben, ein eingespieltes Team sind und wissen, womit sie Eltern Angst machen können), die Fairness und Transparenz verloren geht, ist es selbst für die kinderfreundlichsten Mütter oft schwierig, dem Kind noch eine Stütze zu sein. Und dann?

Wenn es dir so geht oder mal so ergangen ist, dann kennst du den üblichen Verlauf und die ganze Spirale selber.

Um die Nerven zu behalten – entweder präventiv oder gerade, wenn es wirklich schwierig wird, ist es auf jeden Fall schon mal hilfreich, die typischen Fallen zu vermeiden und wenigstens ein paar durchaus beeinflussbare Dinge in der Vorbereitung auf Schulgespräche zu beachten. Und hier sind sie:

Falle 1: Trotz negativer Vorahnung einfach so hingehen und sämtliche innere Alarmglocken ignorieren

In der Kommunikation mit der Schule sind in der Vergangenheit bereits Dinge passiert, die Dich an daran zweifeln lassen, dass noch mit fairen Mitteln gespielt wird? Aber Du folgst einfach auf Befehl ohne weitere Vorbereitung jeglicher Einladung – egal ob schriftlich, telefonisch oder per Email?

Und das, obwohl Du bereits ahnst, dass dies – nach bisherigen Erfahrungen oder begründeten Vorahnungen – ein Martyrium sein wird, die Deine Nerven für Wochen auf Trab halten, ein Gedankenkarusell verursacht und Dich vielleicht wider Willen zum Gegner Deines Kindes werden lassen, obwohl Du es doch eigentlich unterstützen und beschützen möchtest?

Wenn Du über diese irrationale Reaktion lachst, dann ist es wahrscheinlich gut. Zumindest wenn Dein Lachen nicht daher kommt, weil Du Dich ertappt fühlst, sondern weil Du Dir vielleicht denkst „ich bin doch nicht blöd“.

Nein… das ist keine Blödheit, sondern eine automatisierte Panikreaktion à la „Hypnotisiertes Kaninchen“.

Oder wenn starke Glaubenssätze am Wirken sind wie „das sind schließlich Pädagogen. Was soll ich schon dagegen ausrichten. Hab bisher auch nichts ausrichten können. Mein Partner unterstützt mich auch nicht. Brauch mich doch gar nicht erst vorbereiten. Was habe ich denn für eine Wahl?“.

Mein Tipp:

Höre auf die Signale Deines Körpers, die sich definitiv melden wenn es darauf ankommt und nimm Deine ersten (!) aufsteigenden Gedanken ernst.

Übergehe die Signale nicht einfach, denn sie sind zu Deinem Wohl – ob sie Dich auf eine reale Gefahr hinweisen oder zumindest auf einen Triggerpunkt, der dringend bearbeitet werden will um nicht zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung nach der anderen zu führen.

In einem weiteren Schritt, denke darüber nach, wie Du Dich vorbereiten kannst. Als Grundlage empfehle ich Dir zur bewussteren Vorbereitung meine kostenfreie Checkliste, in der Du Dir erarbeitest, wie Du Dich auf mehreren Ebenen besser auf das nächste Gespräch mit Schule (oder Jugendamt) vorbereiten kannst.

Und nimm Dich vor Allem selbst ernst, aber nicht alle Glaubenssätze, die sich melden – diese darfst Du gerne als Täuscher Deines Verstandes enttarnen!

Du brauchst KEINE pädagogische Ausbildung, kein Studium oder keinen Expertenstatus um Dich auf Augenhöhe mit der Schule zu begeben und in gleichwürdigen Dialog zu gehen.

Was Dich daran hindert sind zu einem Großteil Ängste, Glaubenssätze, unzureichende Vorbereitung. Du hast in der Regel mehr Einflussmöglichkeiten als es Dir bewusst ist.

Falle 2: Sich von der Angst und Illusion von Kontrolle verleiten lassen

Der „Vorteil“, wenn wir uns von der Angst leiten lassen ist, dass wir zumindest die Illusion davon haben, eine Situation oder einen Menschen kontrollieren zu können. Dass auch das Verhalten der Kinder nur sehr begrenzt und mit sehr großer Anstrengung bzw. Kolateralschäden kontrolliert und gesteuert werden kann, ist längst bekannt. Und doch wird dies – insbesondere in Konflikten mit der Schule – immer wieder konsequent ignoriert.

Ebenso die Tatsache, dass die geschmiedeten Pläne mit Gewaltfreiheit und Respekt, was das Kind aber doch lernen soll, nichts zu tun haben, wird ebenso übergangen. Es sei schließlich „pädagogisch notwendig“ oder das Kind sei schließlich psychisch krank, wenn es sich nicht so verhält, wie von ihm erwartet wird.

In konventionell geführten Schulen, in denen Strafensysteme, Maßnahmenkataloge und der Glaube an die Schulmedizin vorherrscht und dieses Glaubensgerüst, was auf der militärischen Idee von totaler Kontrolle über Menschen beruht, an die Eltern vermarktet wird, werden in Schulgesprächen auch bei den modernsten Eltern, die sich sogar für die Unerzogen-Haltung oder BEziehung statt ERziehung interessieren, gerne alte kollektive Glaubenssätze und Ängste getriggert, die gerne näher angeschaut und verändert werden wollen.

Mein Tipp:

Denke Deine Gedanken zuende. Wenn Du bereits ahnst, was für schädliche Auflagen Dir von der Schule entgegen gebracht werden, die aber wie demokratische Entscheidungen abgenickt werden sollen und Deine Ängste (bzw. tief verwurzelte Glaubenssätze) dabei getriggert werden, reflektiere im vorhinein schriftlich, um Dir Deiner inneren Haltung klarer zu werden, die du im Gespräch zwangsläufig ausstrahlst und die Dich auch in Deinen Reaktionen beeinflusst:

  1. Was passiert, wenn ich den Vorschlägen der Schule wider Willen (aus reiner Angst) folge, obwohl alles in mir nein zu diesen Sanktionen / Maßnahmen sagt, selber negative Erfahrungen damit gemacht habe und ich weiß, dass mein Kind genau DARAUF doch die unerwünschte Reaktion zeigt? Was für Annahmen (Glaubenssätze) über das Kind oder über Menschen allgemein liegen dem zugrunde und inwieweit kann ich dahinter stehen?
  2. Wie würde ich ohne diese Glaubenssätze und Ängste auftreten? Welche genaue Haltung möchte ich gerne stabilisieren und authentisch vertreten? (Visualisiere Dein ideales Selbst in dieser Situation)

Falle 3: Nur auf einer Ebene die Kommunikation mit der Schule vorbereiten

Wenn ich Klientinnen dabei unterstütze, sich auf Gespräche mit der Schule oder dem Jugendamt vorzubereiten, fällt mir oft auf, dass diese sich auf einer Ebene sehr intensiv vorbereitet haben, aber andere – ebenso wichtige Ebenen bisher (teilweise vollkommen) vernachlässigt haben.

Mein Tipp:

In der Vorbereitung auf ein wichtiges / unangenehmes / brisantes Schulgespräch gehe ich immer auf mehrere Ebenen ein, die sich gegenseitig beeinflussen und teilweise untrennbar aufeinander einwirken:

  1. Die inhaltliche Ebene (z. B. sich informieren / schlau machen, sich eine solide Meinung bilden, rechtliche / psychologische / pädagogische Beratung einholen)
  2. Die Rahmenbedingungen des Gesprächs (Anwesende, Begleitung, Sitzposition, Termin, Ort, …)
  3. Die seelisch-emotionale Ebene (z. B. vorher Wut abbauen, Ängste lösen, Glaubenssätze bearbeiten, Vision eines positiven Gesprächsverlaufs entwickeln, innere Haltung auf emotionaler Basis stabilisieren)

Auch hierbei hilft Dir meine neue Gratis-Checkliste, um alle Ebenen mit einzubeziehen.

Möchtest Du professionelle Unterstützung, um in der künftigen Kommunikation mit oder wegen der Schule erfolgreicher zu sein?

Katrin Semm
Bildungsmanagerin (M. A.)
zert. Kommunikationstrainerin

Dann unterstütze ich Dich als Kommunikationstrainerin und systemisch-ganzheitlicher Coach sehr gerne. Willst Du mich ganz unverbindlich persönlich kennenlernen und mit mir darüber sprechen, wie ich Dich unterstützen kann? Dann melde Dich einfach per Email (info@heliaconsulting.de) zu einem kostenfreien Erstgespräch und gib mir am Besten eine kurze Vorab-Info, worum es sich handelt.

Write a comment

%d Bloggern gefällt das: