In 8 Schritten die eigenen Themen hinter chronischen Schulkonflikten erkennen, um diese von Innen heraus verwandeln zu können

„Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch“ stellt Armin Himmelrath in seinem gleichnamigen Blogartikel  fest und ich kann jedem einzelnen Punkt nur zustimmen. Ich möchte heute aber noch einen Schritt weiter gehen: Ich behaupte, häuslicher Streit wegen Hausaufgaben, Lernen und Co. – aber auch wiederkehrende Konfrontationen mit der Schule fangen genaugenommen innen an – beim Schulleiter, bei den Lehrern wie bei den Eltern.

Natürlich gehe ich davon aus, dass mit der Abschaffung von Pflichthausaufgaben, die bei Nichterledigung in der Regel in Verbindung mit schulischen Sanktionen stehen, Einiges an Konfliktstoff verschwinden würde. Ob sich die selben Konflikte dann — wenn uns einfach so ein besseres Schulsystem „geschenkt“ werden würde, ohne in uns etwas verändern zu müssen – nicht in einem anderen Kontext zeigen würde, dessen bin ich mir allerdings alles Andere als sicher.

Und ich denke, dass wenn die Schule ihre Übermacht verlieren würde und individuelle Potentialentfaltung anstatt reine Auslese betreiben würde, vielleicht sogar auf freiwilliger Basis wäre, tatsächlich weniger Streit in der Familie oder in Kommunikation mit der Schule auftreten würde. Aber damit DAS überhaupt so sein kann, muss sich zunächst das kollektive Bewusstsein ändern – indem die Betroffenen ihre jeweiligen Themen, die hinter den Schulkonflikten stehen, lösen.

Denn wer seine alten, unerlösten Themen, die mit dem wiederkehrenden Schulkonflikten – mit dem Kind oder mit der Schule – in Resonanz stehen, nicht innerlich geklärt hat, der mag zwar kurzfristig den ein oder anderen Sieg erringen, aber sich letztendlich immer wieder in einer Endlosschleife aus Wiederholungen ein und des selben Szenarios wiederfinden – bis sich der alte dementsprechende Konflikt, der durch aktuelle Erfahrungen im Kontext Schule stetig reproduziert wird, innerlich gelöst hat.

So kam zum Beispiel die Mutter von Florian* aus dem Blogartikel „Mobbing gegen Sündenbock (…)“ immer wieder mit den Themen Ohnmacht gegenüber männlichen Autoritätspersonen in Berührung und zog sich bei den anfangs häufigen Gesprächen mit dem Rektor und den zwei Konrektoren immer wieder Erfahrungen ihres Vater-Themas ins Leben. Sie fühlte sich von ihrem Vater stets autoritär behandelt, nicht ernst genommen und für dumm erklärt.

Ein sehr ähnliches Gefühl verspürte sie gegenüber den drei Rektoren, die ihr im Team komplett die Kompetenz als Mutter absprachen, sie massiv unter Druck setzten und ihr unaufhörlich drohten. Dass sie angesichts ihrer frühen Erfahrungen mit ihrem Vater hier zunächst nicht kraftvoll und klar auftreten konnte, sondern sich immer wieder einschüchtern ließ und die drei „Tyrannen“ immer wieder in ihren Annahmen bestätigte, da sie binnen zwei Minuten zu Weinen anfing und deswegen instabil wirkte, woraufhin diese sich verhielten wie zu Alphatieren gewordene Hunde, war – wenn auch nicht fair – vollkommen logisch. Sie hatte einfach Resonanz zu solchen Menschen und zog diese daher in Form von Partner, Chefs und eben auch Lehrer ihrer vier Kinder immer wieder in ihr Leben.

Es wurde deutlich besser, als sie dieses Vater- und Ohnmachts-Thema nach und nach verwandelt hat durch geführte Meditationen, Seminare und systemischen Coachingsitzungen bei mir. In dem Gespräch, welches wir dann später mit dem Rektor hatten, lernte dieser sie von ihrer souveränen, gefassten und klaren Seite kennen – was zwar zum Teil auch an der veränderten Gesprächskonstellation lag, aber auch an ihrem inneren Wandel, den sie in dieser Zeit vollzogen hat.

Und auch Andreas* Mutter aus dem Blogartikel „Die drei Säulen, um schulischen Psychoterror nachhaltig zu beenden (…)“ hatte bereits einige innere Arbeit geleistet und innerlich eindeutig Position für ihren Sohn bezogen, bis sie im Stande war, schulischem und behördlichem Terror gegen sie und ihren Sohn endlich wirksam zu stoppen.

So etwas wie „Position beziehen“ fiel ihr – sowohl gegenüber der Schule als auch ihrem Sohn gegenüber – als ehemals brave, überangepasste Schülerin, die stets aufs Wort gehorchte, alles Andere als leicht – zumal sie sich gleichzeitig mit der Tatsache zurecht finden musste, dass ihr Sohn im Gegensatz zu ihr alles ganz genau hinterfragte und ihr tiefe Weisheiten um die Ohren haute, dass sie regelmäßig baff war. Doch sie erkannte die positiven Seiten daran und entwickelte mehr Verständnis für ihn, was deren Kommunikation verbessert hat.

Dass bei Andreas* und seiner Mutter zu Hause jedoch erstmal Ruhe einkehren konnte, war der Schritt zum Anwalt in diesem Fall sehr wichtig, denn nur er konnte den Bedrohungen – die sehr real wirkten – ein wirksames Ende setzen. Auf der anderen Seite konnte sich aber auch Andreas* beruhigen – zum Einen zwar, weil er in der Schule weniger Druck bekam und nicht mehr täglich für Nichtigkeiten bestraft wurde, aber auch, weil seine Mutter ruhiger wurde. Das widerum wirkte sich positiv auf sein Dasein in der Schule aus.

Wie man sieht, sind hier also alle drei Parteien Schule – Eltern – Kind miteinander verstrickt. Jeder beeinflusst den Prozess und jeder reagiert aufeinander. Um etwas zu verändern genügt es, wenn eine Person etwas verändert. Vom Kind kann man es am Wenigsten verlangen, denn es spiegelt nur die Erwachsenen. Aber Eltern und Lehrer können hier durchaus einiges bewegen, indem sie die Konflikte in sich lösen.

Warum sollte ich Schulkonflikte von Innen lösen, wenn doch das Schulsystem krank ist und nicht ich?

Natürlich. Du hast Recht. Das Schulsystem IST tatsächlich mangelhaft. Und genaugenommen bist es nicht Du, Dein Kind oder die Lehrer, die krank sind, sondern alle reagieren nur auf das System, in dem sie eingebunden sind. Auf der anderen Seite kommen wir mit Warten auf die Anderen auch nicht weiter.

Meiner Erfahrung nach ist das Warten, bis „das System“ oder „die anderen Eltern, die diese Misstände einfach ignorieren“ einer der Hauptgründe, dass das Schulsystem überhaupt noch so sein kann, wie es ist – obwohl sämtliche Erkenntnisse aus der Pädagogischen Psychologie und Wirksamkeitsstudien eindeutig belegen, dass das System einige Mängel aufweist. Ja, es ist kinderfeindlich. Ja, es kann Eltern-Kind-Beziehungen vergiften.

Aber auf der anderen Seite ist es nur Spiegel des kollektiven Bewusstseins. Und wenn jeder wartet, bis die anderen Eltern auch so weit sind oder endlich einmal die Einstellungskriterien und die Ausbildung der Lehrer verbessert werden, dann ändert sich – NICHTS. Das gibt einem das Gefühl der Ohnmacht, richtig?

Und wenn man versucht, andere Eltern zu überzeugen und diese schalten auf Durchzug, dann verstärkt sich das Gefühl der Ohnmacht und es geschieht wieder mal – NICHTS. In diesem Zustand und mit diesem Ohnmachtsgefühl in ein Schulgespräch zu gehen oder mit dem Kind zu interagieren verstärkt dieses noch weiter. Gepaart mit den Emotionen, die sich dazu gesellen und mit dem weiteren verfestigten Glaube, man könne doch eh nichts ausrichten, manifestiert sich genau diese Einstellung.

Deswegen lohnt es sich – so mangelhaft das Schulsystem auch ist – bei sich selbst anzufangen. Denn das Schulsystem wird von uns allen durch unsere kollektiven Glaubenssätze, unser Menschenbild, unser Denken, Fühlen, Handeln und unserem Umgang mit jungen Menschen kontinuierlich aufrecht erhalten, solange wir in uns nichts verändern.

Ein weiterer Bonus, diese unerlösten Gefühle zu verwandeln und die Resonanzfläche zu verändern ist, dass sich damit nicht nur die Schulkonflikte lösen können, sondern auch andere Lebensbereiche sehr positiv beeinflusst werden können. Wer bspw. sein Thema mit männlichen Autoritätspersonen löst, kann womöglich nicht nur gleichwürdiger mit Lehrern und Schulleiter kommunizieren, sondern ggf. auch mit seinem Partner.

Wer sich bspw. seinem inneren, verletzten Kind zugewandt hat und ihm nun das gibt, was ihm die äußeren Eltern nicht geben konnten, kann so automatisch besser mit dem Schulkind und allen anderen Kindern in Kontakt treten und sie auf eine ganz andere Weise schätzen lernen. Positive Nebenwirkungen, Schulkonflikte als Impuls für die eigene Entwicklung zu nehmen, also keinesfalls ausgeschlossen! 🙂

Erkenne Deine Themen hinter den Schulkonflikten und finde damit Deine Selbstwirksamkeit

Um chronische Schulkonflikte zu lösen, ist es zunächst sehr hilfreich – und auch ziemlich einfach – die dahinterstehenden alten und unerlösten Themen zu identifizieren.

Hinweis: Diese 8 Schritte eignen sich in Eigenanwendung zur Selbstreflexion nur für psychisch stabile Menschen und ersetzen nicht den Gang zum Arzt oder Psychotherapeuten. Stark traumatisierte bzw. psychisch instabile Menschen sollten solche Übungen nur in professioneller Begleitung machen. 

Und so kannst Du vorgehen: 

Schließe die Augen und lasse wie in einem Film den im Moment größten Konflikt mit der Schule vor Deiner inneren Leinwand ablaufen. Was macht Dich momentan am Meisten hilflos, wütend, ängstlich etc.? Spüre dabei Deinen Körper, wie er sich anfühlt und atme tief.

Dann, wenn Du das, was Dich im Moment am Meisten stört, lebhaft präsent hast, gehe am Besten schriftlich folgende Fragen durch. Wenn es mehrere Szenarien mit verschiedenen Personen sind, dann nimm jeweils nur das im Moment Dominanteste. Du kannst diese Übung mit allen Personen und Szenarien durchgehen, in einem Durchgang aber jeweils nur mit einer Person bzw. Personengruppe in einer Situation:

1. Welche Person oder Personengruppe erscheint?

Ist es Dein Schulkind? Ein bestimmter Lehrer oder Lehrerin? Oder gar der Rektor?

2. Welche körperlichen Gefühle löst der Konflikt bei Dir mit dieser Person aus?

Ist Enge, Schwere, Druck oder ein Stechen? Versuche, dem Gefühl ein Bild zu geben.

Zum Beispiel: Es fühlt sich an wie jeweils 10 Ziegelsteine auf meinen Schultern.

3. Formuliere die Haupt-Emotion, die dabei hochkommt

Ist es Ohnmacht, Angst, Wut, Verzweiflung oder irgendetwas Anderes? 

4. Woran in Deiner Kinder- oder Jugendzeit erinnert Dich dieses Gefühl? In welchem Zusammenhang hast Du Dich schon mal so gefühlt?

Nimm hier den ersten aufsteigenden Gedanken und lass vor Deinem inneren Auge den Film ablaufen, als Du in einer früheren Situation – vielleicht als Kind – dieses Gefühl schon mal verspürt hast. 

5. Lasse diesen alten Film wie auf einer inneren Leinwand vor Dir ablaufen 

Schließe die Augen und stell Dir vor, Du sitzt in einem Kinosaal und auf einer Leinwand erscheint nochmal diese alte Szene in Form eines Stummfilms, die Du mit dem aktuellen Schulkonflikt verknüpfst. Wie nimmst Du Dich von außen wahr? Und wie nimmst Du den Konfliktpartner von außen wahr? Wie nimmst Du eure beiden Körperhaltungen wahr?

6. Mit wem identifizierst Du Dich in dieser Szene? 

Wenn Du diesen alten Film von Außen anschaust: Identifizierst Du Du Dich eher mit Dir in Deiner jüngeren Version oder eher mit der anderen Person? Was empfindest Du für beide? Für wen ergreifst Du Partei? Wer hat aus Deinem Gefühl heraus „recht“? Das steht in hohem Zusammenhang damit, für wen Du Dich heute einsetzt oder gegen wen bzw. was Du kämpfst. 

7. Erkenne, dass Du diesen ungelösten inneren Konflikt immer noch ausstrahlst

Wenn es Dich noch sehr bewegt, was Du siehst, kannst Du davon ausgehen, dass dieser Konflikt immer noch in Deinen Zellen gespeichert ist und Du Verstrickungen mit Dir herumträgst, die dafür sorgen, dass sich dieses Szenario immer wieder wiederholt – mit unterschiedlichen Personen. Hier im Kontext Schule. 

8. Spüre Deine Selbstwirksamkeit

Stell Dir vor, Du wärst innerlich komplett frei von dieser alten Geschichte. Du würdest keine dadurch keine resultierenden Ängste, Ohnmachtsgefühle, Wut oder sonstige Blockaden mit Dir herumtragen. Wie könnte in dieser erlösten Form der Gesprächsverlauf sein? Wie würdest Du ohne diese Gefühle in der selben Situation auftreten und was würdest Du ausstrahlen? 

Und was bringt mir das, meinen eigene Resonanz dafür zu erkennen? Ich kann es ja nicht ungeschehen machen...

Natürlich können wir alte Erfahrungen, auf deren Basis wir unsere chronischen Ohnmachtsgefühle, Ängste und Selbstwertzweifel entwickelt haben und die sich jetzt auf der Schulbühne erneut zeigen, nicht in dem Sinne „ungeschehen“ machen. Aber wir können die Auswirkungen sehr wohl verändern, indem wir alte abgelehnte Gefühle diesmal bewusst und bejahend durchfühlen, die Situation von Außen betrachten und mit allen Zellen erkennen, dass wir es überlebt haben und nun bereit für eine neue Realität sind.

Das Ganze ist natürlich ein tiefgreifender Prozess und vergeht nicht einfach mit Mentaltechniken auf rein kognitiver Ebene, aber wer sich seinen Themen, bspw. mit geführten Meditationen, systemischen Aufstellungen oder Methoden der energetischen Psychologie regelmäßig zuwendet, der kann doch in kurzer Zeit sehr sehr viel erreichen – was sich auch in der Reaktion des Umfeldes sehr schnell wiederspiegeln kann.

Wer wie oben beschrieben zum Beispiel ein Vater-Thema hat und sich deswegen heute in Gesprächen mit „Autoritätspersonen“ stets unterlegen fühlt, der kann auf Augenhöhe kommen, indem er energetische Verstrickungen mit dem Vater löst und seinem inneren Kind genau das gibt, was man selbst als Kind vermisst hat. So wird zwar das, was „geschehen“ ist in dem Sinne nicht „ungeschehen“, aber die energetische Wirkung und der Blick darauf verändert.

Brauchst du noch zusätzliche Impulse?

Wenn Dir der ein oder andere der 8 Schritte schwer fällt oder weitere Fragen aufkommen, kann ich Dir gerne einen weiteren für Dich passenden Impuls geben? Bei Bedarf schreib mir gerne unten ins Kommentarfeld oder eine Email an info@heliaconsulting.de .

Würdest Du Deine eigene Resonanz für schulische Konflikte gerne nicht nur erkennen, sondern daran wachsen und diese verwandeln? Dann melde Dich gerne zu einem kostenfreien Erstgespräch und wir sprechen darüber, wie ich Dich dabei unterstützen kann.

Mein WEIHNACHTSGESCHENK für Dich: 

Wenn Du Dich bis zum 31. Dezember für ein kostenloses Erstgespräch anmeldest (welches wir auch im neuen Jahr führen können), erhältst Du von mir per Email umgehend einen  15 % Rabatt – Gutschein für ein Coachingpaket Deiner Wahl (Wert: je nach Paket kannst Du damit bis zu 133,20 € sparen). Dieser Gutschein ist dann einlösbar bis zum Dienstag, 31. Januar. 

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