„Wann hört endlich dieser Hausaufgabenkampf auf? – 3 Tipps, wie Du entspannt daraus aussteigen kannst“

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„Ich hab es ja gewusst. Jetzt habe ich mal eine Zeit lang keine Hausaufgaben kontrolliert und ihn einfach machen lassen. Er tut einfach von alleine nichts. Da bleibt mir doch nichts anderes übrig, als der tägliche Hausaufgabenkampf.“ 

Diesen Satz höre ich auch von Müttern, die eigentlich lieber Beziehung statt Erziehung leben würden, die keine Lust am täglich durchgefochtenen Machtkampf verspüren, sondern den berühmten Hausaufgabenkampf als einziges Mittel sehen, mit dem schulischen Druck und der eigenen Angst umzugehen.

Es fehlt schlicht an der Umsetzung von Alternativen, über die sich ja viele bereits informiert haben. Viele denken noch im „Tun“ und im „Verhalten“, anstatt der inneren Haltung, die weitaus bedeutsamer ist und alles Weitere beeinflusst. Hirnforscher Gerald Hüther und Familientherapeut Jesper Juul, die gleichwürdige Kommunikation auch in Schuldingen öfter thematisieren, ist vielen ein Begriff.

Doch heißt es noch lange nicht, dass dieses Wissen auch ohne Weiteres gelebt werden kann – vor Allem beim derzeitigen Schulsystem.

Unbewusste Denkmuster, tief verankerte Glaubensgebäude, generationenalte Erziehungsgewohnheiten die tief im Kollektivbewusstsein liegen und deswegen auch 2016 trotz besseren Wissens nach wie vor gelebt werden, lassen sich nicht einfach mechanisch „weglassen“, ohne dass es einen riesengroßen Schatten wirft.

Vertrauen vorzutäuschen, so tun als würde man gleichwürdig kommunizieren und auf Augenhöhe gehen oder mit sonstigen Verhaltensweisen zu experimentieren scheitert immer. Es muss auch innerlich integriert sein und anfangen beim aktiven Aufspüren von unbewussten Glaubenssätzen, die man in die Welt hinausstrahlt und der damit verbundenen Kommunikation zwischen den Zeilen.

Es ist wahrlich eine Herausforderung und eine Entwicklungsaufgabe für Eltern, den Hausaufgaben- und Lern-Kampfring zu verlassen, die es sich aber absolut lohnt anzunehmen. Wer diesen Weg geht,  hat am Ende nicht nur den Hausaufgabenkampfring hinter sich gelassen, sondern hat auch noch eine Menge Wertvolles mit genommen, zum Beispiel eine solidere Vertrauensbasis und eine bessere (Kommunikations-)Beziehung zum Kind. Diese Potentialentfaltung wirkt sich auch in anderen Lebensbereichen positiv aus.

Hier ein paar Prinzipien, wie Du ganzheitlich aus dem Hausaufgabenkampf herauskommen kannst, ohne mit Deinem Verhalten zu experimentieren und daran zu scheitern, da Dich Deine Ängste überkommen. Fange lieber von Innen an, denn nur so kannst Du authentisch sein und eine wirkliche Lösung auf Beziehungsebene und Vertrauensbasis mit Deinem Schulkind finden.

1. Entmystifiziere Deine Ängste

Das Erstaunliche, was ich im Laufe der Zeit in Gesprächen mit Eltern immer wieder festgestellt habe, ist Folgendes:

Diejenigen, welche einen weitaus geringeren realen „Grund“ haben, um tägliche Hausaufgaben- und Lernkämpfe mit ihren Kindern auszufechten, sehen im Durchschnitt nicht weniger Anlass dafür, wie welche, die bereits massiv von der Schule bedroht werden. Die dahinterliegenden Ängste sind also eine höchst subjektive Angelegenheit.

Ja, es gibt tatsächlich Eltern, die deswegen Hausaufgabenkämpfe durchführen und täglich die Schultasche ihrer Teenager kontrollieren, weil ihnen in der Schule eindringlich vermittelt worden ist, dass sonst wegen Kindeswohlgefährdung das Jugendamt zu Besuch kommt und ihnen das Kind wegnimmt.

Und es gibt Eltern, die noch nie existenzielle Bedrohungen von der Schule erfahren haben und den täglichen Kampf auf sich nehmen, um ne Vier zu vermeiden oder weil sie gar nicht mal darüber nachdenken, warum sie eigentlich ständig den Hausaufgaben hinterher sind.

Auf der anderen Seite habe ich kürzlich mal mit einer Freilerner-Mutter gesprochen, die schon häufiger Kontakt mit dem Jugendamt hatte und aktuell einen Sorgerechtsstreit am Laufen hat, aber dabei sowas von cool bleibt, dass ich hier mit den Ohren schlackere.

Für erstrebenswert halte ich es nicht und Freilernen würde ich persönlich auch nicht weiterempfehlen, aber an diesen unterschiedlichen Beispielen wird klar, wie subjektiv Ängste sind.

Ängste spiegeln nicht unbedingt die reale Bedrohung wieder, sondern werden durch von Person zu Person verschiedene Reize getriggert. Ängste zu entmystifizieren kann schon mal viel Erleichterung bringen.

Hierzu folgende Übung: Nimm Dir 10-15 Minuten Zeit und schreibe auf einen Zettel – ohne groß Nachzudenken – was alles passieren könnte, wenn Du aufhörst, zu kämpfen. Denke also diese Ängste weiter. Schreibe aus dem Impuls heraus, denn der jeweils unmittelbare Gedanke ist aus dem Unbewussten relevantes Material. Schreibe Deine Horrorgeschichte, während Du Dir vorstellst, den Hausaufgabenkampf sein zu lassen. Wenn Du fertig geschrieben hast, dann lese Dir diesen Zettel nochmal durch, am Besten laut. Wenn es dir momentan noch alles stimmig vorkommt, dann warte eine Weile und lies ihn dann nochmal. Häufig gibt es Ängste, die sich schon durch die Bewusstmachung nicht halten können.

Zum Beispiel: „Mein Sohn könnte dieses Schuljahr nicht bestehen. Und wenn er nicht besteht, dann muss er die Klasse wiederholen. Wenn er dann nochmal durchfliegt, fliegt er von der Schule. Wenn er dann von der Schule fliegt, dann macht sich das schlecht im Lebenslauf … und wenn er sich dann bewirbt und keinen Job findet…. 

Wie sich der Abbau von Ängsten positiv auf das Hausaufgabendilemma auswirkt: Du kannst einfach lockerer damit umgehen, strahlst das authentisch aus und nimmst Deinem Schulkind damit auch viel Last von den Schultern, die zuvor womöglich blockierend gewirkt hat. Ängste, die Eltern offen oder subtil auf ihre Kinder projezieren, sind zwar natürlich und menschlich, aber je mehr Ängste hier abgebaut werden, desto besser für alle. Das kann das Hausaufgabenthema nur positiv beeinflussen. 

2. Baue destruktiven Perfektionismus ab!

Perfektionismus hat eine lichte und eine Schattenseite. Auf der einen Seite ermöglicht er uns, uns stetig zu verbessern, nach höheren Idealen zu streben, unser Tun zu hinterfragen, hohe Qualität zu liefern. Somit hat er durchaus seine Berechtigung und ist nicht per se schlecht. Destruktiv wirkt er, wenn er zum inneren Verfolger, zum inneren Streitsucher oder zum inneren Saboteur wird.

Von dieser destruktiven Art von Perfektionismus, den wir besser verwandeln, spreche ich hier. Denn wer danach strebt, sofort perfekt mit dem Hausaufgaben- und Schulthema umzugehen, erlaubt sich nicht, zu lernen und sich zu entwickeln. Kein Wunder, dass jemand, der keine Geduld mit sich selbst hat, auch wenig Geduld für seine Kind aufbringen kann. Das widerum nimmt die Möglichkeit, tatsächlich vom Wissen in die Umsetzung zu kommen.

Wer daran verzweifelt, das, was er weiß, nicht leben zu können, weil er sehr hart mit sich ins Gericht geht, verliert dabei nicht nur sich selbst aus den Augen, sondern auch das Kind, mit dem er so gerne Beziehung statt Erziehung leben möchte, aber sich im täglichen Hausaufgabenkampf immer wieder als Versager fühlt und sich mit Schuldgefühlen quält. Das führt widerum dazu, dass das, was verbessert werden soll, blockiert wird oder gar in genau die entgegengesetzte Richtung geht.

Was ich damit sagen will: Eine Umsetzungskompetenz, zum Beispiel beim derzeitigen Schulsystem mit Beziehung statt Erziehung das Kind durch die Schulzeit zu begleiten, was insbesondere beim Thema Hausaufgaben und Lernen zum Vorschein tritt, ist weitaus komplexer zu erwerben als reines Wissen – und es gibt im Gegensatz zum abprüfbaren Wissen kein genaues „Ideal“, auf das man „hinlernen“ kann, wie wir es von der Schule gewohnt waren (und getan haben oder auch nicht). Beim Erlernen von Umsetzungskompetenz, die uns eben nicht von der Schulzeit bekannt ist, spielen zum Beispiel der Abbau von Ängsten, Hinterfragen von Glaubenssätzen bzw. Glaubensgebäuden, nach Innen gehen, Reflexion, Selbsterfahrungsübungen und vieles mehr eine weitere Rolle. 

Wie es sich auf das Hausaufgabenthema auswirkt, wenn Du nicht nach Perfektion strebst und weniger streng mit Dir selbst bist: Wenn Du Dich selbst als Lernende begreifst, die auf ihrer Reise ist und sich nicht dafür verurteilt, nicht perfekt zu sein, wird auch Dein Schulkind weniger streng mit Dir sein, wenn Du mal nicht ideal reagierst. Der Abbau von destruktivem Perfektionismus verbessert Deine Ausstrahlung und macht die Beziehung mit dem Kind unbefangener. Genauso ist es umgekehrt: Je mehr Du Deine Unperfektion integrieren kannst, desto gelassener kannst Du Deinem Kind bei seinem „unperfekten“, doch für ihn idealen, Weg des Lernens vertrauensvoll beobachten und neugierig sein, wie es auf seine Weise seinen Weg meistert. 

Eine kleine Übung: 

Wenn Du gerne weniger hart mit Dir (und somit automatisch auch mit Deinem Kind) ins Gericht gehen möchtest, dann können Dir Afformationen sehr helfen. Afformationen (mit „o“) haben gegenüber der Affirmation (mit „i“) den Vorteil, dass es das Unterbewusstsein leichter verarbeiten kann. Bei Affirmationen (z. B. „Ich bin gut genug“) kann es im Gegensatz zur Afformation (z. B. „Warum bin ich gut genug?“) passieren, dass man sich fühlt, als würde man sich selbst anlügen und es wird nicht richtig aufgenommen. Eine Afformation arbeitet mit W-Fragen und daraufhin sucht das Unterbewusstsein nach Antwort bzw. Verwirklichung.

Hier ein paar Beispiele:

„Warum bin ich als Mutter gut genug?“

„Warum bin ich generell gut genug?“

„Warum schätze ich meinen Wert vollkommen?“

„Warum beobachte ich den Lernprozess meines Kindes mit vollkommenem Vertrauen?“

„Warum finde ich immer den besten Weg, in komplexen Situationen zu reagieren?“

„Warum sind auch 80% mehr als genug?“

Wenn Du Dir Deine Afformation(en) notierst und sie irgendwo platzierst, wo Du immer wieder daran erinnert wirst, um diese Afformationen mehrmals täglich zu wiederholen, kannst Du diese Übung ganz leicht und ohne wirklichen Zeitaufwand in Deinen Alltag einbauen. Wenn Du die Wirkung der Afformationen verstärken willst, dann klopfe die EFT-Meridianpunkte, während du diese laut aussprichst. (Entweder mehrere im Wechsel oder nur eine Afformation, die Dir am Wichtigsten ist).

3. Komme Deinen destruktiven Glaubenssätzen auf die Spur und verwandle sie

Beginnen tun die Hausaufgabenkämpfe meistens dann, wenn das Kind aus irgendeinem Grund anfängt, die Hausaufgaben in Frage zu stellen, sie lustlos zu erledigen, sich damit schwer zu tun oder sich zu verweigern und Eltern darauf mit Ängsten reagieren. Es fängt vielleicht harmlos an und dann kommt es zu einem Konfliktkreislauf, der mit der Zeit sowohl für Eltern und Kind immer unangenehmer wird.

Was hier für Eltern den Auslöser gibt, in den Kampfmodus zu gehen ist ähnlich wie die o. g. Ängste höchst subjektiv. Während die einen bereits die erste drei als Anlass nehmen, jetzt „andere Seiten aufzuziehen“, fängt es bei anderen erst an, als der Lehrer das erste mal das Wort „Jugendamt“ in den Mund genommen hat. Oder es fängt an, wenn eine akute Gefährdung besteht, das Schuljahr nicht zu bestehen oder die Schule verlassen zu müssen.

Beide möchten diesem Konflikt am liebsten entfliehen, doch zu mächtig sind die Konfliktwächter, die es insbesondere Eltern unmöglich zu machen scheinen, einfach aus dem Kampfring auszusteigen – abgesehen von den Emotionen und Beziehungsschäden, die im Laufe dieses Kampfes entstehen.

Hinter den Ängsten, die Du Dir vielleicht in Punkt 1 bewusst gemacht hast, stecken weitere tief sitzende Glaubenssätze aus der eigenen Erziehung und Schulzeit, die den Geist darin einschränken, an eine konfliktfreie Lösung auf Beziehungsebene zu glauben. Das ist normal, derartige Glaubenssätze haben wir in jeweils unterschiedlichen Lebensbereichen alle.

Die gängigsten unbewussten Glaubenssätze, die Eltern daran glauben lassen, diese Kämpfe durchführen zu müssen, anstatt der Selbstregulation und Eigenverantwortung des Kindes zu vertrauen:

  1. Ich hätte ohne Kontrolle auch nichts gemacht.
  2. Wenn meine Mutter mir damals nicht in den Hintern getreten hätte, dann hätte ich nicht mal nen Realschulabschluss.
  3. Ein Abitur braucht man eben heutzutage.
  4. Wenn mein Kind jetzt schon schlechte Noten schreibt, dann sehe ich schwarz.
  5. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr…
  6. Er muss später schließlich auch Dinge tun, die er / sie nicht gerne macht.
  7. Er würde nie von selber etwas machen. Bei ihm geht es nicht ohne Kontrolle.
  8. Er muss endlich lernen, jeden Tag seine Hausaufgaben ordentlich zu machen, zu lernen. Dann muss ich ja nichts mehr sagen. (Dahinterstehender Glaube: Das Kind muss aus dem Kampfring aussteigen, weil es scheinbar den Grund geliefert hat.)

Die Liste könnte ich unendlich fortsetzen. Welche hartnäckigen Glaubenssätze, die Du vielleicht gar nicht mehr glauben willst, aber die trotzdem noch irgendwie wirken, stecken bei Dir dahinter? Schreibe Dir Deine Gedanken, warum Du den Hausaufgabenkampf für notwendig hältst, unreflektiert und ehrlich auf ein Blatt Papier. 

Aber wie können wir diese Glaubenssätze, die uns bewusst aber hartnäckig sind, verwandeln? Auch hier gibt es keine einfache Wisch- und Weg- Aktion, die in Perfektion alle destruktiven Denkmuster abschaffen, die wir Jahrzehnte lang zu glauben gelernt haben und die meist generationenalt sind. Sonst würden wir vermutlich alle unser volles Potential leben und nichts mehr würde uns aufhalten. Und doch kann man hier in kurzer Zeit sehr viel erreichen, zum Beispiel mit Klopfakupressur, Afformationen, NLP-Techniken oder Hypnose.  

Hierzu eine kleine Übung: 

  1. Suche Dir einen neuen Glaubenssatz, der Dich dabei unterstützen würde, gelassener mit dem Hausaufgabenthema umzugehen. Zum Beispiel den Glaubenssatz: „Ich gehe mit dem Thema Hausaufgaben vollkommen gelassen um.“ 
  2. Jetzt wandle diesen Satz in eine Afformation um, zum Beispiel „Wie schaffe ich es, beim Thema Hausaufgaben immer vollkommen gelassen zu bleiben?“ 
  3. Dann nimm Dir etwa 3 Minuten Zeit, schließe die Augen und klopfe dabei kontinuierlich die Handkante. Spreche dabei immer wieder die oben gewählte Afformation. 

Wiederhole dies täglich, bis sich eine Verbesserung einstellt. Oft wirkt es sogar unmittelbar. Klopfakupressur in Kombination mit Afformationen sind ein mächtiges Werkzeug zur Verwandlung von Glaubenssätzen, Abbau von Blockaden und Vielem mehr. Viel Erfolg!

Noch Fragen?

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Comments 2

  1. Freilernfan
    14. Dezember 2016

    Selbst, als ich Hausaufgaben noch sinnvoll fand, fand ich es doof, dass sich meine Partnerin in den heiligen Hausaufgabenkrieg (und den Klausurvorbereitungskrieg und den Unterrichtsvorbereitungskrieg) mit ihren Söhnen gestürzt hat. Ich meinte, dass Hausaufgaben nur einen Bildungseffekt haben können, wenn die Kinder sie selbständig bearbeiten. Dagegen sprachen für sie die Glaubenssätze, die du alle verdienstvoll zusammengetragen hast plus „andere Eltern machen noch mehr als ich“. Ergebnis war also ständige Übellaunigkeit meiner Partnerin und ihrer Söhne und dass sie ihr gesamtes Leben einschließlich Arbeitszeiten darauf ausgerichtet hat, ihre Kinder optimal bei den Hausaufgaben zu „unterstützen“. Inzwischen hat sie sich auf die Behauptung verlegt, dass sie den Krieg eingestellt hätte. Hat sie natürlich nicht. Ich denke, sie will einfach der Diskussion mit mir aus dem Weg gehen. Wo es schon schwierig ist, selbst aus dem Kampfring auszusteigen, wie soll man andere auf diesem Weg begleiten, insbesondere, wenn sie gar nicht aussteigen wollen? 🙂 Zeitweilig dachte ich, dass sie diesen Krieg einfach auch braucht, um sich mit ihren Söhnen beschäftigen zu können. Irgendwann ist sie aber doch zu einer Beratung gegangen, nicht wegen der Hausaufgaben, sondern weil der Sohn rebelliert. Geändert hat sich äußerlich nichts, aber sie ist überzeugt davon, dass es jetzt „besser läuft“. Der Kampf wird vorerst nächsten Frühling mit dem Ende der Schule einen Abschluss finden. Dann wird sich das Spiel mit unserer Tochter wiederholen.

    1. Helia888
      14. Dezember 2016

      Lieber Freilernfan,

      vielen lieben Dank für diesen Einblick. Ich kann mir vorstellen, das ist auch für andere interessant. Oft ist es tatsächlich so, dass Eltern sich da uneinig sind und einer da sehr dominant wirkt und der andere es nicht schafft, sich da mit einzubringen.

      Ich teile mit Dir vollkommen die Meinung, dass Hausaufgaben tatsächlich nur einen Übungseffekt haben (Bildung ist aus meiner Perspektive heraus nochmal was Anderes), wenn sie freiwillig gemacht werden und auch von der Anforderung her genau passen. Das heißt: wenn sie so leicht sind, dass man dabei nichts neues lernt bzw. übt ist es frustrierend und ebenso wenig machen Hausaufgaben Sinn, die alleine nicht bewältigt werden können und man ständig von einem Nachhilfelehrer oder Elternteil abhängig ist.

      Ich denke, wenn jemand ständig übellaunig ist und das auf die Hausaufgaben von den Kindern schiebt, stecken noch andere Dinge dahinter. Das Ding ist, so wie ich das Wesen Deiner Partnerin hier zwischen den Zeilen herauslese geht es hier vor Allem um Macht und Projektion. Sie ist nicht deswegen übellaunig, weil die Kinder die Hausaufgaben nicht machen, sondern die Kinder sind nur eine prima Projektionsfläche.

      Wer also nicht aus dem Kampfring aussteigen will, sondern den Kampf braucht, der kann mit meinem Artikel natürlich nichts anfangen. Der ist eben nur für diejenigen, die wollen, aber denen die Umsetzung schwer fällt.

      Wenn zwischen Elternpaaren so ein deutliches Machtumgleichgewicht ist UND die Ansichten darüber hinaus so konträr sind, handelt es sich ja plötzlich nicht mehr nur um eine Sache zwischen Eltern und Kind, sondern um einen Krieg zwischen dem Paar. Deswegen würde ich – wenn ich hier einen Tipp geben kann – vor Allem mal auf die Paarbeziehung konzentrieren und mir da Unterstützung holen, weil das Schulthema offenbar auch ein Streitpunkt ist, den Deine Partnerin eindeutig dominiert. Vermutlich dominiert sie aber auch in anderen Bereichen sehr stark, so wie ich das lese. Ich würde mir da was dieses Thema anbelangt unbedingt nen guten Paarcoach engagieren (auch wenn Du zunächst alleine hingehst). Veit Lindau hat übrigens auch gute digitale Selbstlernkurse und Online-Coachingprogramme zum Thema Partnerschaft. Den kann ich, was sowas anbelangt, sehr empfehlen.

      Jedenfalls würde ich Dir generell einen männlichen Coach empfehlen, denn im Thema Partnerschaft geht es auch um die Geschlechteridentität und da kann sich natürlich ein Mann besser in Dich einfühlen als ich.

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